Zwischen „naim meod“ und „tsarafna“. Unsere erste Vorlesungswoche im Studienjahr.

Die erste Vorlesungswoche liegt nun hinter uns. Mit Markus Lau sind wir die Mauern und Straßen der Jerusalemer Altstadt entlang gegangen, haben den Ölberg erklommen und die Gräber des Kidrontals erkundet. Durch das Zusammenspiel von Vorlesung und Exkursion konnten wir Wachstum und Geschichte der Stadt erleben. Außerdem wurde unser fachlicher Wortschatz durch Begriffe wie „herodianischer Spiegelquader“ und „hasmonäischer Bossenquader“ bedeutend erweitert.

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Auch die Exkursion nach Yad Vashem mit Tamar Avraham war sehr eindrücklich. Das Museum hat uns einen starken Einblick in die Geschichte des Holocaust und seine Auswirkungen für das Land Israel gegeben, auf eine recht emotionale und prägende Weise. Auch die Gedenkstätten für die Kinder, für die nichtjüdischen Helfer im Holocaust oder für die zerstörten jüdischen Gemeinden verfehlten ihren pädagogischen Auftrag nicht. Anschließend haben wir noch den Militärfriedhof auf dem Herzlberg besichtigt, der ebenfalls einen starken Eindruck der israelischen Geschichte vermitteln konnte.

Des Weitern ist zu berichten, dass die ersten Stunden der Sprachkurse von uns erlebt wurden. Wir sind nun befähigt, uns auf Ivrith und Arabisch brüchig vorzustellen und – zumindest auf Arabisch – unser Missfallen auszudrücken, welches von einigen Studienjährlern auch gerne mit einem beherzten „su hada!“ getan wird.

Vor uns liegt nun eine Woche mit Rabbi Bollag, weiteren Vorlesungen und Exkursionen mit Markus Lau, einem Studientag in Bethlehem und einer ersten Wanderung durch das Wadi Qelt als Vorbereitung auf die Jordanienexkursion. So werden wir auch weiterhin das Land mit unseren Füßen und Augen erfassen.

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Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. (Hebr 13,14)

42 ist die Antwort auf die Frage aller Fragen, auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Das weiß jeder, der Douglas Adams‘ „Per Anhalter durch die Galaxis“ gelesen oder eine entsprechende Verfilmung gesehen hat. 42 bedeutet für uns wohl weniger die Antwort auf die Frage aller Fragen sondern der Beginn eines ganzen Straußes an Fragen, deren Beantwortung noch gänzlich unklarIMG_0384 ist und die wahrscheinlich auch nicht garantiert werden kann. Wir, dass sind 21 Studierende der Theologie aus Deutschland und der Schweiz, die am 42. Theologischen Studienjahr in Jerusalem in der Dormitio Abtei teilnehmen.

In den kommenden 8 Monaten werden wir nicht nur gemeinsam im Beit Josef leben, sondern uns auch unserem Vorlesungsprogramm mit dem Leitthema „Heilsgeschichte und Weltgeschichte. Das Wirken Gottes in der Welt und die Geschichtlichkeit von Glaube und Theologie“ widmen. Teil des ganzen werden auch zahlreiche größere und kleinere Exkursion sein, bei denen wir nicht nur das Heilige Land kennenlernen, sondern auch unsere erlernte Theorie praktisch erfahren können.

Die Einführungswoche liegt nun hinter uns. Letztes Wochenende sind alle 21 Studentinnen und Studenten wohl behalten und auch nur mit wenigen Gepäcknachlieferungen im Beit Josef angekommen. Zunächst hat sich die Gruppe untereinander und dann auch die Umgebung kennen gelernt. Wir haben unseren Bewegungsradius durch Wanderungen auf dem Zion, einer Altstadtrallye sowie einer Tagesexkursion zu umliegenden wichtigen Punkten für das Studienjahr sukzessive erweitert. Dabei haben wir auch erste Einblicke in das politische Spannungsfeld erhaschen können, in dem wir uns hier befinden. Ein Highlight dieser Einführungswoche war unser Eröffnungsgottesdienst am Mittwochabend.

Gegipfelt hat dann diese Woche in dem Pontifikalamt des Patroziniumsfestes (Mariae Himmelfahrt) der Dormitio. Groß angekündigt hat es wohl weder die Erwartungen der katholischen, noch der neugierig gewordenen evangelischen Studierenden enttäuscht. Dieser Anlass regte ebenso zu ersten interkonfessionellen Diskussionen an, die wohl im Laufe des Studienjahres vertieft werden.

Heute hat für unser der offizielle Teil der Vorlesungen begonnen. Wir werden in dieser Woche mit Tamar Avraham Yad Vaschem besuchen und die Altstadtmauer und weitere Sehenswürdigkeiten der Geschichte Jerusalems mit Markus Lau zusammen erkunden. Eine spannende Zeit liegt vor uns – in der wir die bleibende Stadt entdecken werden und uns Gedanken über eine zukünftige machen werden.