Kreuzfahrerexkursion

Als Highlight des zweiten Semesters und gleichzeitig im Rahmen unserer letzten großen Exkursion im Studienjahr folgten wir den Spuren der Kreuzfahrer fünf Tage lang durch das Heilige Land. Eine große Bereicherung für die Exkursion war die Begleitung von Professor Jaspert, der uns schon in seiner Vorlesung zuvor bestens auf die Exkursion vorbereitet hat und mit seinem Fachwissen die Erkundung der einzelnen Orte noch lebendiger wirken ließ. Vier Tage der Exkursion verbrachten wir im wunderschönen Galiläa, welches uns mit altbekannten Ritualen (Kochen der Studenten, Andachten am Abend in Dalmanutha, etc.) und neuen Eindrücken erwartete.

Am ersten Tag (23.2.16) zog es uns jedoch erst einmal in die nähere Umgebung Jerusalems. Wir starteten nach Ramla, wo uns Nicolas die kreuzfahrerzeitlichen Reste und die muslimische Nachnutzung der Gebäude präsentierte. Ein großer Spaß war dort das Bootsfahren in der Helenazisterne. In Lod zeigte Peer uns eine weitere mögliche Nachnutzung einer kreuzfahrerzeitlichen Basilika, nämlich die Georgskirche als geteiltes Gebäude in griechisch-orthodoxer Kirche und Moschee. Nach diesen beiden verregneten Ausflugszielen empfing uns in Appolonia strahlender Sonnenschein und ein tiefblaues Mittelmeer. Außerdem führte uns Thomas durch die Ausgrabungen der Kreuzfahrerfestung. Bevor es zum Abschluss der Exkursion zu der Jesusbruderschaft nach Latrun ging, entdeckten wir mit Sarahs Hilfe und ihrer kompetenten Anleitung die Ruinen der Kreuzfahrerkirche in Emmaus-Nikopolis. Nach unserem Kurztrip nach Latrun zog es uns zurück ins heimische Jerusalem. Der erste Tag erhöhte unsere Vorfreude auf die Zeit in Galiläa noch mehr.

Am Mittwoch (24.2.16) war es endlich so weit und wir fuhren mit gepackten Koffern in den Norden. Auf unserem Weg machten wir zunächst Halt auf halber Strecke zwischen Jerusalem und Jericho, um uns die Herberge des Barmherzigen Samariters anzuschauen. Vielmehr das gleichnamige Museum, welches Mosaike aus den besetzen Gebieten ausstellt. Danach zog es uns zu unserer ersten wirklich großen Burg der Exkursion, nach Belvoir, welches uns Lisa mit ihrer Führung näher brachte. Der Ort machte seinem Namen alle Ehre und wir konnten bei gutem Wetter und frühlingshaften Temperaturen eine tolle Sicht genießen. Eine tolle Sicht bei sommerlichen Temperaturen begleitete Peers Führung über die Ausgrabungen der Ankerkirche in Tiberias. Nach einer kleinen Wanderung fuhren wir in die Innenstadt der City am See Genezareth, besichtigen das Grab des Maimonides und suchten dort nach kreuzfahrerlichen Spuren mit mäßigem Erfolg. Am Abend erreichten wir dann unsere Residenz für die nächsten 3 Nächte, das von uns allen gemochte Beit Noah in Tabgha – diesmal sogar mit gefülltem Pool!

Tag drei der Exkursion (25.2.16) stand ganz im Zeichen der interaktiven Eigenerkundung. Zunächst zog es uns nach Nimrod. Nach einer kurzen Einführung von Thomas durften wir mit der Unterstützung eines Quizzes die Burg selbst entdecken, was bei einigen Studierenden zu einer Menge Spaß und Erfüllung von Kindheitsträumen führte. Als alle wieder eingesammelt waren, ging es für uns nach Safed. Dort hatten wir nach einer kurzen Besichtigung der Zitadelle die Gelegenheit, die Stadt etwas zu erkunden, was wir bei strahlendem Sonnenschein alle genossen. Zum krönenden Abschluss des Tages wanderten wir zu den Hörner von Hattin. Die Wanderung wurde – ganz traditionell – von einem Theaterstück begleitet, welches die schauspielerischen Talente einiger Studierenden zum Vorschein brachte.

Der vierte Tag (26.2.16) stand ganz im Zeichen großer Burgen und Festungen. Am Morgen starteten wir zu einer wunderbaren Wanderung zu der romantischsten Burg Israels, Montfort. Da wir nun mal in einem National Reserve und keinem Nationalpark waren, zeigte sich uns der Unterschied dahin gehend, dass nichts touristisch erschlossen und erklärt war. Auch dies war ein schönes Erlebnis für uns. Unser weiterer Weg führte uns aus  der Wildnis nach Jude’in, eine touristisch erschlossene Burg. Doch ganz im Zeichen unseres abenteuerlustigen Studienjahres ging es danach wieder in die Pampas, zu einem kreuzfahrerlichen Gehöft in Horvat Ga’aton, welches archäologisch jedoch noch nicht erschlossen wurde, sodass wir all unsere erworbenen Fähigkeiten anwenden konnten. Zum Tagesabschluss fuhren wir an die israelisch-libanesische Grenze, nach Rosh HaNikra. Dort erwartete uns zwar nichts Kreuzfahrerliches, jedoch eine wunderschöne Grotte, das Mittelmeer und weiterhin sommerliches Wetter.

Der letzte Tag der Exkursion führte uns in die Kreuzfahrermetropole schlechthin, nach Akko. Vor Ort hatten wir jede Menge Zeit, um die Stadt eigenständig zu entdecken, was sehr angenehm war, da man sich die Sehenswürdigkeiten selbst erschließen konnte. Neben der Zitadelle und dem Templertunnel bot die neuzeitliche Stadt Akko auch jede Menge spannende  Ecken, die uns in ihren Bann zogen, wie z.B. der Hafen oder der Suq.

Zusammen mit der Vorlesung zu den Kreuzfahrern war diese Exkursion nicht nur sehr lehrreich, sondern auch ein perfekter Abschluss der Reihe „Große Exkursionen im Studienjahr“, die uns noch nachhaltig in unserem geschichtlichen Denken prägen und in Erinnerung bleiben wird.

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